Bene Vogt
Hoi An to Da Lat

Hoi An to Da Lat

Servus,

diesen Trip werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Ich wusste des hart wird, aber so heftig hatte ich es mir nicht vorgestellt….

Ich kam relativ gut voran, auch wenn ich zwischendrin immer mal wieder Pausen gemacht habe war ich gut in der Zeit. Das Bike lief einwandfrei. Dieses Mal verzichtete ich auch fast vollkommen auf die Navigation mit Google Maps und folgte den Verkehrsschildern Richtung Ho-Chin-Minh.  Die Strecke bis kurz vor Nha Trang war recht abwechslungsreich, kleine Dörfer, Städte, Berge und natürlich Reisfelder.


Die letzten 130km to Dalat fuhr ich auf einer sehr ruhigen Straße, kaum Verkehr, Dörfer und Menschen. Dafür gab es unglaublich viele Schlaglöcher. Selbst mit der zusätzlichen Stirnlampe war es schwierig für mich immer alle rechtzeitig zu erkennen. Also hieß es erstmal „runter vom Gas“. Nach ca. 70km erreichte ich die Passstraße nach Dalat. Ab hier wurde es dann wirklich heftig….

Die „Straße“ führt mitten durch den Dschungel, vorbei an Wasserfällen die ich eigentlich nur hören anstatt sehen konnte. Ich war auch mehr auf die Passstraße fokussiert der Schlammlawinen, Steinschläge und teilweise komplett weggespülte Straßen zu bieten hatte. Zwischendurch war die Straße wieder ganz normal, doch als dann der kalte und dichte Nebel noch dazu kam wollte ich einfach nur noch ankommen.


Der wirklich facettenreiche Pass nach Dalat lies mich viel darüber nachdenken was wohl passieren könnte, alleine ein platter Reifen würde mich dazu zwingen im Straßengraben zu übernachten. Die Folgen eines schweren Sturzes lasse ich lieber mal außer acht. Ich sah die ganze Fahrt über vielleicht 5-10 andere Autos/Busse/Bikes…. Keine wirklich große Chance im Falle eines Unfalls Hilfe zu bekommen.

Im großen und ganzen gab es dann lediglich ein Problem und dass war der Sprit. Ich hatte natürlich 130km vor Dalat nochmal getankt. Der Tank hält im Normafall locker 200km, aber halt nicht auf einer Passstraße…. Ich fuhr durch mehrere kleine Bergdörfer, sah aber kaum Menschen, die Sprachbarriere und der wohl für diesen Abend übliche Alkoholkonsum der Locals machten die Kommunikation schwierig bzw. unmöglich. 

Schön langsam war ich auch mit meinen Nerven am Ende, der kalte Nebel lies mich am ganzen Körper zittern. Ein Auge immer auf der Tanknadel die sich schon im roten Bereich befand, hoffte ich einfach darauf dass es nur noch Bergab gehen würde und so der Sprit bis in das noch 38km entfernte Dalat reichen würde. Leider ging es immer wieder hoch und runter und die Tanknadel war im roten Bereich. Ich sah mich schon im Straßengraben schlafen, als es endlich wieder bergab ging. Langsam fing mein Bike an zu „stottern“, als ich eine beleuchtet Tankstelle sah. Der Tank war endgültig leer!


Dort angekommen saßen einige Locals auf der Terasse des Hotels. Als ich zur Zapfsäule fuhr kam mir gleich der Tankwart entgegen und meinte dass die Tankstelle schon geschlossen sei. Ich erklärte ihm mit einem Fingerzeig auf meine Tankanzeige dass ich nicht mehr weiter fahren kann. Ein anderer Local der sehr gutes Englisch sprach kam und übersetzte, dann kam noch der Besitzer der Tankstelle dazu. Alle 3 realisierten dass ich am Ende war und wiedermal wurde mir geholfen! Sie nahmen die Tankstelle wieder in Betrieb und ich konnte volltanken! Ich bedanke mich mit einem 30.000 VND (1,10$) Trinkgeld, dass der Besitzer zuerst nicht annehmen wollte. Mit dem vollen Tank und voller Hoffnung auch um 01:00 Uhr morgens noch ein Hostel zu finden, setzte ich meine Fahrt fort. Es waren noch rund 20km bis nach Dalat. Dabei sah ich die vielen Gewächshäuser rund um Dalat mitten in den Bergen die für eine eindrucksvolle Atmosphäre sorgten.


Nach ca. 30min kam ich in Dalat an, dort war meine erste Anlaufstelle das „Dalat Backpacker Hostel“. Voller Vorfreude sah ich 2 Backpacker beim Check-In! Als ich an der Reihe war wurde mir aber mitgeteilt dass alle Zimmer schon belegt sind, relativ unfreundlich um ehrlich zu sein, so erging es mir dann aber bei noch 2 Hostels und einem Hotel… Letztendlich hab ich dann über Booking.com das „Dalat Family Hostel“ gefunden, auf Booking kann man auch Hostels/Hotels für die aktuelle Nacht (es war ja schon 01:00 Uhr morgens) finden. Der Name „Family Hostel“ machte mich anfangs stutzig, aber ich wollte einfach nur ins Bett! Das Hostel ist ein bisschen (ca. 3km vom Stadtzentrum) außerhalb. Dort angekommen wurde ich von „Be“ einer kleinen Vietnamesin empfangen, ich erklärte ihr das ich erst vor 5 Minuten gebucht habe. Es war alles kein Problem, dann kam noch „Vinc“ auf mich zu und begrüßte mich mit einer herzlichen Umarmung. Als ich Ihnen von meinem Trip erzählte, sagten sie sofort dass ich mich erstmal setzen soll und sie kochen mir erstmal was, dazu gab es noch einen heißen Tee.

Der herzliche Empfang hat viel wieder gut gemacht! In den nächsten Tagen werde ich in Da Lat bleiben! 

Viele Grüße

Bene 

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